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Erstes Darmzentrum Hessens gegründet

Zukunftsweisendes Projekt am Klinikum Kassel

Kassel, 16.09.05. Das hessenweit erste Darmzentrum ist am Klinikum Kassel gegründet worden. Dort ist die Kompetenz gebündelt, um Patienten und Patientinnen mit Darmkrebs durch ein interdisziplinäres Team nach den modernsten Verfahren zu behandeln.

In Deutschland sterben jährlich rund 30.000 Menschen an Dick- und Mastdarmkrebs (kolorektales Karzinom). Damit ist Darmkrebs die zweithäufigste Todesursache bei den Krebserkrankungen, betrachtet man Männer und Frauen gemeinsam. Frühzeitig erkannt sind die Heilungschancen bei Darmkrebs jedoch vergleichsweise gut. Neue Entwicklungen in der Chirurgie, der Chemotherapie und der Bestrahlungstechnik haben die Behandlungsmöglichkeiten deutlich verbessert. Voraussetzung ist eine moderne Therapie in einem Zentrum, in dem verschiedene medizinische Fachgebiete ohne Informationsverlust verzahnt sind. Daher gibt es sowohl von medizinischer als auch von politischer Seite Forderungen, für die Behandlung von Darmkrebs Kompetenzzentren zu bilden, wie es sie für Brustkrebs-Patientinnen bereits bundesweit gibt, auch am Klinikum Kassel.

Die Gründung des Darmzentrums sei ein zukunftsweisender Schritt, so Dr. Gerhard M. Sontheimer, Vorstandsvorsitzender der Gesundheit Nordhessen Holding AG (GNH), zu der das Klinikum Kassel gehört. Denn die Versorgung der Patientinnen und Patienten werde in immer stärkerem Maße in Kompetenzzentren erfolgen, um die bestmögliche Behandlungsqualität zu sichern.

Das Klinikum Kassel biete für ein Darmzentrum hervorragende Bedingungen, da alle erforderlichen Teilgebiete und Einrichtungen mit hoher Kompetenz vertreten sind, bereits eng zusammen arbeiten und eine intensive wissenschaftliche Aktivität über Dick- und Mastdarmkrebs besteht, erläutert Prof. Dr. Jürgen Faß, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, die mit den Medizinischen Kliniken I (Gastroenterologie, Prof. Dr. Jürgen Pausch) und IV (Onkologie, Prof. Dr. Martin Wolf) zu den Kernfächern des Darmzentrums gehört.

Im Klinikum erfolgen jährlich rund 1300 Darmspiegelungen, die wichtig für die Früherkennung sind. Über 200 Patientinnen und Patienten mit Dick- oder Mastdarmkarzinom werden operiert, etwa 260 erhalten eine Chemo-, und 60 eine Strahlentherapie. Außerdem ist das Klinikum an Forschungsprojekten und Studien zum Darmkrebs beteiligt, was unter anderem den Patienten die Teilnahme an neuen Therapien ermöglicht.

Alle bei der Diagnose und Behandlung des Darmkrebses beteiligten Kliniken haben sich zum Darmzentrum zusammengeschlossen. Es wurden Behandlungsstandards festgelegt, die sich nach den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften (AwmF) richten und deren Wirksamkeit wissenschaftlich bewiesen ist. Für jede Patientin und jeden Patient mit Darmkrebs wird in einer interdisziplinären Tumorkonferenz die optimale Behandlung besprochen. Eine Tumordokumentation ist im Aufbau. Sobald die Zertifizierungsrichtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft für Darmzentren vorliegen, wird sich das Klinikum an dieser Qualitätskontrolle beteiligen. Weiteres Ziel ist es, ein Modell zur Integrierten Versorgung mit Krankenkassen und niedergelassenen Ärzten zu etablieren.

Beteiligt am Darmzentrum sind neben der Allgemeinchirurgie und den Medizinischen Kliniken I und IV die Radiologie, Pathologie, Strahlentherapie, Urologie, Frauenklinik, Anästhesie/Schmerztherapie sowie die Stomatherapie. In einem zweiten Schritt sollen dann auch niedergelassene Ärzte die Gelegenheit erhalten, sich dem Darmzentrum anzuschließen und für die Behandlung ihrer Patienten von der Infrastruktur des Darmzentrums zu profitieren.

Das Darmzentrum Kassel stellt sich erstmals bei einem Symposium am Mittwoch, 21. September, um 17 Uhr im Haus der Kirche in der Wilhelmshöher Allee 330 vor. Dabei sollen niedergelassenen Medizinern und Klinikärzten die Chancen und Möglichkeiten des Darmzentrums erläutert werden. Zu den Referenten gehören auch Dr. Ursula Stüwe, die Präsidentin der Hessischen Landesärztekammer, und Dr. Karin Seuren-Kronenberg, Leiterin des Gesundheitsamtes der Stadt Kassel.

Information:

Darmzentrum am Klinikum Kassel,
Mönchebergstraße 41-43, 34125 Kassel,
Telefon 0561/980-5152, Mail: darmzentrum@klinikum-kassel.de.


 
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