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Telefon-Hotline zum Deutschen Lebertag

Kassel, 09.11.05. Millionen von Bundesbürgern und –bürgerinnen sind an der Leber erkrankt: Laut Weltgesundheitsorganisation sind 3,5 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen gehen von einer weitaus höheren Zahl aus. Die Ursachen sind sehr unterschiedlich und gehen nur etwa in der Hälfte der Fälle auf Alkohol zurück. Andere Ursachen sind chronische Virushepatitis B oder C, Übergewicht, Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen und toxische Krankheiten durch Medikamente und Umweltgifte.

So viele Patienten es gibt, so wenig weiß die Bevölkerung über Lebererkrankungen. Mehrere Vereinigungen (Deutsche Leberhilfe e.V., Gastro-Liga, BAG Leber e.V., Kompetenznetz Hepatitis) haben daher den 20. November zum 6. Deutschen Lebertag erklärt, der unter dem Motto steht „Aus Liebe zur Leber: Vorbeugen – Früherkennen – Handeln“. Die Medizinische Klinik I des Klinikum Kassel beteiligt sich in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt der Stadt Kassel mit einer Telefonaktion am Deutschen Lebertag. Am Montag, 21. November, von 12.30 bis 14 Uhr beantworten sechs Fachleute alle Fragen rund um die Leber.

Viele Leberkranke werden ausgegrenzt und sehen sich mit Vorurteilen konfrontiert: Entweder wird automatisch ein Alkohol- oder Drogenproblem unterstellt, oder die Erkrankung wird zur hochansteckenden, alles überrollenden Seuche hochstilisiert.

Das Stigma der Lebererkrankungen ist nur Teilproblem, denn Unwissenheit kann auch tödliche Folgen haben. So werden viele chronische Lebererkrankungen erst spät erkannt und können dann ernste Spätfolgen wie Zirrhose und Leberkrebs haben. Tückisch an vielen Lebererkrankungen ist, dass die Symptome eher unspezifisch sind und nicht eindeutig in Richtung Leber weisen: Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Völlegefühl im Oberbauch und depressive Verstimmungen können auch auf andere Ursachen hinweisen. Hinzu kommt, dass erhöhte Leberwerte bei Hausärzten manchmal als Kavaliersdelikt gesehen und keine weitere Untersuchungen veranlasst werden. Es bleibt dann bei der Empfehlung, den Alkohol wegzulassen.

Ein weiteres Problem ist die Impfmüdigkeit, die immer weiter um sich greift: Denn die Hepatitis B ließe sich in Deutschland ausrotten, wenn mehr Leute gegen diese Hepatitis-Form geimpft wären. Zwar wird eine akute Hepatitis B in den meisten Fällen vom Körper erfolgreich bekämpft; wenn sie aber länger als sechs Monate dauert, wird sie chronisch. Für etwa ein Drittel der chronischen Hepatitis-B-Träger drohen Spätfolgen wie Zirrhose und Leberkrebs.

Gerade im Frühstadium sind viele Lebererkrankungen gut behandelbar. Fakt ist auch: Viele Hepatitis-Erkrankungen sind inzwischen heilbar oder zumindest kontrollierbar geworden.

Bei der Telefon-Hotline am 21. November 2005 sind die folgenden Ärzte unter den genannten Rufnummern von 12.30 bis 14 Uhr zu erreichen:


 
Leiterin Unternehmens­kommunikation
Ulrike Meyer auf der Heide
Telefon 0561 980-4804
Telefax 0561 980-6870
E-Mail
Pressesprecherin
Gisa Stämm
Telefon 0561 980-4807
Telefax 0561 980-6870
E-Mail
Pressesprecherin
Inga Eisel
Telefon 0561 980-4898
Telefax 0561 980-6870
E-Mail