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Neues Verfahren ergänzt Darmkrebs-Vorsorge

Darmspiegelung mit Röntgenstrahlung

Kassel. Eine Vorsorgeuntersuchung des Dickdarms mittels Computertomographie ist jetzt im Klinikum Kassel möglich: die virtuelle CT-Koloskopie (Koloskopie = Dickdarmspiegelung). Sie stellt eine wichtige Ergänzung in der Früherkennung von Darmtumoren dar, weil man mit ihr die Darm wand wie bei einer herkömmlichen Spiegelung von innen betrachten kann. Für dieses Verfahren wird neben einem leistungsstarken Computertomographen eine spezielle Software benötigt, die jetzt im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Klinikums zur Verfügung steht.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 66.000 Frauen und Männer an Darmkrebs, 29.000 sterben an den Folgen dieser Erkrankung. Diese hohe Sterblichkeit ließe sich deutlich verringern, würden die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig genutzt. Denn bei früher Erkennung liegt die Heilungschance bei über 90 Prozent. Allerdings werden in Deutschland die Vorsorgeuntersuchungen nach wie vor zu wenig genutzt, so dass nur rund ein Zehntel aller Dickdarmkrebse im Rahmen der Vorsorge diagnostiziert wird. Die Akzeptanz der Vorsorgeuntersuchungen in der Bevölkerung zu erhöhen, ist ein Ziel der Felix-Burda-Stiftung, die mit anderen Organisationen den März jeden Jahres zum Darmkrebsmonat erklärt.

Die meisten Dickdarmkrebse entwickeln sich aus Polypen, das sind in der Regel gutartige Gewebewucherungen der Darmwand. Wenn Sie entarten, wird jedoch aus einem Polypen innerhalb von fünf bis 18 Jahren eine bösartige Krebsgeschwulst. Bei der Darmkrebs-Früherkennung geht es daher darum, diese Polypen zu finden und eventuell gleich zu entfernen. Das besondere Augenmerk der Ärzte gilt dabei den Polypen, die mehr als fünf bis zehn Millimeter Durchmesser haben, weil ab dieser Größe die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der Polyp entartet.

Bei Polypen ab 6 Millimeter Größe weist die virtuelle CT-Koloskopie die gleiche Nachweisrate auf wie die herkömmliche Darmspiegelung, so Prof. Dr. Fritz-Peter Kuhn, Direktor des Institutes für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Die wirklich gefährlichen Polypen würden also genau so gut wie mit der herkömmlichen Koloskopie erkannt. Als Vorteile der virtuellen CT-Koloskopie führt Kuhn an, dass der Eingriff schonend ist, keine einschläfernden Medikamente benötigt werden und die Untersuchungszeit mit wenigen Minuten deutlich kürzer ist. Besonders geeignet sei die virtuelle CT-Koloskopie daher für Patienten, die eine herkömmliche Darmspiegelung ablehnen oder blutverdünnende Medikamente einnehmen, nach erfolgloser oder unvollständiger Darmspiegelung, oder bei Vorerkrankungen, die eine herkömmliche Koloskopie ausschließen.

Anders als bei der Koloskopie können bei der Untersuchung per Computertomograph die gefundenen Polypen nicht gleich abgetragen werden und bei sichtbaren Schleimhautveränderungen keine Gewebeproben entnommen werden. Wird jedoch bei der CT-Untersuchung im Klinikum Kassel ein Polyp gefunden, der immer entfernt werden muss, erfolgt dies im direkten Anschluss in der Medizinischen Klinik I des Klinikums (Direktor Prof. Dr. Jürgen Pausch). Der Patient oder die Patientin muss sich also nur einmal mit einer Darmentleerung auf den Eingriff vorbereiten.

Fragen zur Darmkrebsvorsorge allgemein und zur virtuellen CT-Koloskopie beantworten Prof. Kuhn und Prof. Pausch bei einer Telefon-Hotline am Mittwoch, 29. März, 13 bis 14.30 Uhr. Sie sind unter folgenden Nummern zu erreichen:

Prof. Kuhn 0561/980-2151
Prof. Pausch 0561/980-2152.

 
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Ulrike Meyer auf der Heide
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Telefax 0561 980-6870
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