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Neugeborenen-Hörscreening in der Frauenklinik des Klinikums

„Hörst Du oder schaust Du nur?“

Kassel. Einen kostenlosen Hörtest, welcher die einwandfreie Funktion des Gehörs von Babys schon in den ersten Lebenstagen prüfen kann, bietet das Klinikum Kassel seit Mai an. Dieses Hörscreening steht nun allen Neugeborenen der geburtshilflichen Abteilung zur Verfügung.

Wie wichtig ein solches Hörscreening bei Neugeborenen ist, zeigt die Tatsache, dass 1 bis 2 von Tausend Kindern in Deutschland mit einer angeborenen Hörstörung zur Welt kommen. Eine Hörschädigung ist die häufigste angeborene Sinnesbehinderung, sagt Prof. Dr. Thomas Dimpfl, Direktor der Frauenklinik im Klinikum. Im Durchschnitt werden solche Hörstörungen erst mit 31 Monaten festgestellt. Bis zu einer Therapie vergehen weitere sechs Monate, das heißt, die Kinder sind bereits drei Jahre. Für viele Kinder ist es dann schon zu spät.

Je früher eine Hörstörung heutzutage erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen auf eine annähernd normale Hör- und Sprachentwicklung des Kindes. Denn bereits nach etwa 18 Lebensmonaten ist die Reifungsphase des Hörsystems abgeschlossen. Je mehr Zeit nach der Geburt vergeht, desto geringer werden wirksame Behandlungschancen. Jede weitere Entwicklung von Sprache und Hören wird mit Defiziten behaftet bleiben, was letztlich auch Auswirkungen auf die schulische und berufliche Ausbildung sowie Teilnahme am gesellschaftlichen Leben hat.

Auf der Neugeborenen-Station des Klinikum Kassel wird nun der vollständige Ablauf des hessischen Neugeborenen-Hörscreenings eingesetzt. Er umfasst: das Screening durch qualifiziertes Personal in der Geburtsabteilung, die Datenfernübertragung zu einer zentralen Datenbank, die automatische Auswertung der Ergebnisse, das Auffinden und Nachverfolgen von Kindern, die im Hörscreening als auffällig erkannt wurden, außerdem die Koordination von Diagnostik und Therapie und selbstverständlich auch eine sachgerechte Betreuung durch das medizinische Personal der Klinik.

Das Testverfahren ist bereits in den ersten Lebenstagen möglich. Die Eltern werden über das Verfahren aufgeklärt. Nach schriftlicher Einwilligung der Eltern wird der Hörtest, der gesundheitlich unbedenklich und schmerzfrei ist, durchgeführt.

Das hochwertige Messgerät wurde vom Klinikum finanziert. Eine Vergütung für diese Untersuchung erhält die Klinik nicht, da diese Leistung bisher nicht von den Krankenkassen übernommen wird.

In einer zwei Tage dauernden Schulung wurde das Personal umfassend in Theorie und Praxis des Screenings unterrichtet, um den jungen Eltern diese Vorsorgeuntersuchung in entsprechend fachlicher Qualität anbieten zu können. Der Service geht aber weit über das Hörscreening hinaus. Die Eltern von kontrollbedürftigen Kindern erhalten innerhalb von 14 Tagen einen Untersuchungstermin in einer qualifizierten pädaudiologischen Einrichtung. Hier werden sie ohne zeitraubenden Aufwand von Fachpersonal bei allen notwendigen Schritten hinsichtlich von Diagnose und Therapie weiter begleitet.

Prof. Dimpfl hebt die hohe Motivation der mit dem Projekt betrauten Ärzte der Frauenklinik und Pflegekräfte hervor. „Dies ist ein großer Schritt in Richtung einer umfassenden und sinnvollen Gesundheitsvorsorge für unsere Kinder.“


 
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