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„Fingerabdruck“ des Tumors ermöglicht Risiko-Vorhersage

Das Interdisziplinäre Brustzentrum (IBZ) am Klinikum Kassel wird ab 1. Juni durch ein neues Verfahren als erstes in Nordhessen und eine der bundesweit ersten Einrichtungen vorhersagen können, wie groß bei Brustkrebs-Patientinnen die Gefahr einer Wiedererkrankung bzw. Bildung von Metastasen (Tochtergeschwülsten) ist.

Von den bundesweit rund 50.000 Frauen, die jährlich neu an Brustkrebs erkranken, muss sich die Mehrheit nach der Operation einer Chemotherapie unterziehen, um die Gefahr von Metastasen (Tochtergeschwülsten) deutlich zu verringern. Etwa 50 Prozent der Frauen könnte diese – oft mit massiven Nebenwirkungen verbundene – Therapie erspart werden, weil sie ein geringes Risiko einer Wiedererkrankung haben. „Dieses Risiko der Bildung von Metastasen können wir jetzt dank eines neuen Verfahrens vorhersagen“, bestätigt Prof. Dr. Thomas Dimpfl, Leiter des IBZ. Daraus folge, „dass wir bei vielen Frauen nach der operativen Entfernung des Tumors auf eine weitere und sehr belastende Therapie verzichten können“.

Von dem bei dieser OP entnommenen Tumorgewebe wird nur kleine Probe für eine Art Genanalyse benötigt. Durch die Untersuchung der genetischen Eigenschaften des Tumors kann festgestellt werden, wie aggressiv der Tumor ist und welche Patientinnen folglich ein hohes Metastaserisiko (50 Prozent Wahrscheinlichkeit) und welche ein niedriges Risiko (10-15 Prozent Wahrscheinlichkeit) haben. „Aufgrund dieser für die Folgebehandlung wichtigen Bestimmung kann dann eine gezielte und vor allem ganz individuelle Therapie der Patientinnen erfolgen – vielfach ohne die schwer belastende Chemotherapie“, sagt Prof. Dimpfl.

Das neue Verfahren eignet sich für Frauen bis zum 55. Lebensjahr, bei denen der Brustkrebs in einem frühen Stadium diagnostiziert und ein Befall der Lymphknoten ausgeschlossen wurde. Die Kosten der Genanalyse des Tumors in Höhe von derzeit 1.850 € werden von den Krankenkassen bisher in der Regel noch nicht übernommen. „Wir haben trotzdem schon die ersten Patientinnen, die diese Analyse auf eigene Kosten erstellen lassen wollen – in der Hoffnung, dass auf eine Chemotherapie verzichtet werden kann und sie bei entsprechenden Ergebnissen auch weniger Angst vor einer Wiedererkrankung haben müssen“, so Prof. Dimpfl.


 
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