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Klinikum Kassel: Auf dem Weg zum rauchfreien Krankenhaus

Kassel. Das Klinikum Kassel gehört zu 40 Krankenhäusern bundesweit, die für die Aktion „Rauchfreies Krankenhaus“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ausgewählt wurden. Ziel ist es, Schritt für Schritt ein rauchfreies Krankenhaus zu werden. Neben dem Schutz der Nichtraucher vor Passivrauchen geht es auch um Gesundheitsförderung für Raucher, denen Hilfe bei der Tabakentwöhnung gewährt werden soll.

Noch immer sterben jedes Jahr in Deutschland 110.000 bis 140.000 Menschen an den Folgen ihres Nikotinkonsums. Dabei wird zunehmend auch die Bedeutung des Passivrauchens erkannt: Laut einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (2005) sterben jährlich mehr als 3300 Nichtraucher an Erkrankungen, die durch Passivrauchen verursacht sind. Seit 2002 sind daher Betriebe verpflichtet, einen wirksamen Nichtraucherschutz anzubieten.

Krankenhäusern kommt dabei eine besondere Vorbildfunktion zu, denn sie sind nicht nur Arbeitsstätte, sondern auch ein Ort, an dem Menschen genesen wollen. Um langfristig ein rauchfreies Krankenhaus zu werden, beteiligt sich das Klinikum Kassel im Rahmen seines Gesundheitsmanagements am bundesweiten Modellprojekt „Rauchfrei im Krankenhaus“. Neben dem Klinikum Kassel ist aus Hessen lediglich ein Krankenhaus aus Biedenkopf dabei.

„Wir wollen zum einen den betrieblichen Nichtraucherschutz verbessern und Nichtraucherinnen sowie Nichtraucher ermutigen, ihre Rechte wahrzunehmen“, so Arbeitsdirektorin Birgit Dilchert. Es gebe zwar bereits ein Rauchverbot in den Stationsgebäuden. Aber in der Praxis werde doch immer mal wieder in Teeküchen, Umkleiden oder auch Toiletten geraucht. Zum anderen geht es darum, den rauchenden Beschäftigten bei der Tabakentwöhnung zu helfen und somit vorbeugend zu wirken. „Wir wollen sie motivieren und unterstützen, sich mit dem Rauchen zu befassen und an Raucherentwöhnungskursen teilzunehmen.“ Einer BzgA-Untersuchung zufolge sind über die Hälfte der Raucherinnen und Raucher im Krankenhaus aufhörwillig, das ist mehr als im Bundesdurchschnitt. Damit sind gute Voraussetzungen für Angebote zur Tabakentwöhnung gegeben. Diese sollen in einem zweiten Schritt auch für Patientinnen und Patienten ermöglicht werden.

Um die Umsetzung des Projektes kümmert sich die Arbeitsgruppe „Gesund im Betrieb“. Mit einer Politik der kleinen Schritt werde gemeinsam mit den Beschäftigten nach Regelungen gesucht, die zu den jeweiligen Gegebenheiten, dem Personal sowie den Patientinnen und Patienten passten, erläutert Betriebsärztin Dr. Gabriele Ahlers von der Arbeitsgruppe. Es würden zunehmend mehr rauchfreie Zonen festgelegt und entsprechend beschildert. So sind seit Mitte Mai die beiden Gebäude der Medizinischen Klinik IV, Haus 9 und 12, komplett rauchfrei, ab 1. Juli die Häuser aller Medizinischen Kliniken (zusätzlich Haus 3, 10 und 11). Gleichzeitig wird ausgewiesen, wo Raucher außerhalb der Gebäude künftig zur Zigarette greifen dürfen. Dr. Ahlers wird im Betriebsärztlichen Dienst eine Rauchersprechstunde anbieten. Zusätzlich sollen später weitere Beschäftigte zu Raucherberatern und –beraterinnen qualifiziert werden.

Es gibt regelmäßig Aktionstage zum Thema, von denen die ersten beiden im April auf große Resonanz stießen. Der Ausbildungskurs L82 der Krankenpflegeschule erstellte Plakate zu den Themen: Ursachen des Rauchens, Gesundheitsschäden durch (Passiv)Rauchen, soziale und psychische Aspekte des Rauchens, Pharmakologie des Rauchens sowie zur Tabakentwöhnung und Entwöhnungsverfahren.

Viele Beschäftigte nutzten ihre Mittagspause, um sich zu informieren oder in Unterstützerlisten einzutragen. 130 Beschäftigte ließen an einem AOK-Stand ihre Lungenfunktion überprüfen. 28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter äußerten Interesse an Raucherentwöhnungskursen. Als gesunde Alternative zur Zigarette gab es einen Apfel oder eine Banane. Abgerundet wurde das Angebot durch einen Büchertisch mit einem Angebot rund um das Thema Sucht.

Außerdem wurde bei den Aktionstagen für die Teilnahme an der WHO-Kampagne „Rauchfrei 2006“ geworben. 35 rauchende Beschäftigte des Klinikums meldeten sich für den vierwöchigen Rauchstopp ab 1. Mai 2006 an. Ein Beispiel für den langfristigen Erfolg dieser Kampagne ist Annegret Wess, Dozentin im Bildungszentrum. Die ehemals starke Raucherin hat vor fünf Jahren bei der Aktion mitgemacht und ist bis heute Nichtraucherin geblieben.

Ende 2006 soll entschieden werden, wie die Inhalte des Projektes auf die anderen Unternehmen der Gesundheit Nordhessen Holding AG, zu der das Klinikum gehört, übertragen werden.

 
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