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Klinik für Urologie im Klinikum Kassel

Prostatavergrößerung - Verdampfen besser als Schneiden

Kassel, 17.07.2006. Mit einer neuen Lasertherapie bietet die Klinik für Urologie im Klinikum Kassel jetzt eine schonende Alternative zur bisherigen Operation bei gutartigen Prostatavergrößerungen. Bei der Laservaporisation wird das überschüssige Drüsengewebe verdampft. Vorteile der Methode: Der Blutverlust ist minimal, umgebende Strukturen werden nicht geschädigt und das Verfahren ist vergleichsweise einfach zu handhaben.

Eine gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata), auch benigne Prostatahyperplasie genannt, entsteht durch das altersbedingte Wachstum der Prostata. Etwa die Hälfte aller Männer über 60 Jahren und nahezu alle Männer über 70 Jahre sind davon betroffen. Das Wachstum der Prostata führt zu einer Einengung der Harnröhre und damit häufig zu Problemen beim Wasserlassen. Ungefähr 20 Prozent der betroffenen Männer müssen sich wegen der Beschwerden einer Therapie unterziehen, bei den anderen reichen regelmäßige Kontrollen, um rechtzeitig behandlungsbedürftige Veränderungen festzustellen.

Falls eine Behandlung mit Medikamenten nicht ausreicht, war bisher eine Operation das Standardverfahren. Dabei wird der vergrößerte Abschnitt durch die Harnröhre von innen heraus ausgeschält (transurethrale Prostataresektion, TUR-P). Wenn die meist alten Patienten jedoch durch weitere Krankheiten belastet sind oder blutgerinnungshemmende Mittel einnehmen müssen, ist eine Operation oft nicht möglich. Um die Leiden der Patienten zu lindern, blieb bislang nur die Möglichkeit eines Dauerkatheters, der nicht nur unangenehm ist, sondern auch zu Infektionen führen kann.

Mit dem neuen Laser steht im Klinikum Kassel ein sehr schonendes Verfahren zur Verfügung. „Das ist eine Innovation, die effektiver und einfacher ist als die bisherigen Möglichkeiten“, ist Prof. Dr. Peter Albers, Direktor der Klinik für Urologie, überzeugt. Weil das Verfahren blutungsfrei sei, könnten damit nun auch Patienten, die nicht zu operieren seien, behandelt werden.

Zum Einsatz kommt ein Holmium-Laser, der mit 100 Watt betrieben wird (Holmium-Laser-Ablation der Prostata, HoLAP) und an keinem anderen Krankenhaus in Nordhessen zur Verfügung steht. Der Laserstrahl dringt 0,5 Millimeter in das überschüssige Prostatagewebe ein, das durch die oberflächliche Hitzewirkung ohne Rückstände verdampft. Umgebendes Gewebe wird dabei nicht geschädigt. Die Behandlung erfolgt in Teilnarkose und dauert etwas länger als eine klassische "Aushobelung". Der Eingriff ist ambulant durchführbar. Im Gegensatz zum sogenannten "green light"-Laser (KTP-Laser-Vaporisation) führt der Holmium Ablationslaser seltener zu Beschwerden beim Wasserlassen nach der Operation. Blutverdünnende Medikamente müssen zur HoLAP nicht abgesetzt werden, der Katheter verbleibt nach der Operation für wenige Stunden in der Blase.

An der Klinik für Urologie wurden bisher etwa 20 Patienten mit dem neuen Laser behandelt. Dabei handelt es sich häufig um Patienten, die bisher wegen des Operationsrisikos nicht therapiert werden konnten. Prof. Albers sieht die Laservaporisation als wichtige Ergänzung zur TUR-P, womit die Behandlungsmöglichkeiten der Volkskrankheit Prostatavergrößerung deutlich erweitert würden. Der Eingriff ist als stationärer Eingriff eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Zeigen den neuen Laser für die Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung: Prof. Dr. Peter Albers mit den OP-Schwestern Katrin Goppold (links) und Nina Ratajczak.



 
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