> Aktuelles > Presseinformationen > Archiv 2006 > Kassel. Bundesweit leiden mindestens fünf Millione[...]
Kontakt  |  Impressum  |  Datenschutz  |  A  A  A 
 

Neues Therapie-Verfahren/Erste Patientinnen 

erfolgreich operiert

Nur noch ein kleiner Schnitt gegen Inkontinenz

Kassel, 30.08.2006. Bundesweit leiden mindestens fünf Millionen Bundesbürger unter Blasenschwäche (Harninkontinenz), rund zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen. Und obwohl diese Störung vielen nicht nur den Schlaf, sondern auch ein großes Stück Lebensqualität raubt, wird sie oft verheimlicht: Aus Scham wird vielfach schweigend gelitten. „Dabei wäre heute in fast allen Fällen eine Heilung oder Besserung möglich“, sagt Prof. Dr. Thomas Dimpfl, Leiter der Frauenklinik am Klinikum Kassel.

Die in den vergangenen Jahren erfolgreichste operative Therapie war der Einsatz eines TVT-Bandes (englisch TVT = tension free vaginal tape). Das so genannte Blasen-Bändchen wird um die Harnröhre gelegt und wirkt dort wie eine Hängematte für die Harnröhre, die sich dann – zum Beispiel beim Husten oder dem Anheben einer schweren Tasche – nicht mehr senken kann. Weltweit wurde dieses Band schon über eine Million Mal eingesetzt, und das Ergebnis von Langzeitstudien belegt, dass das TVT-Verfahren in 97 Prozent der Fälle zu einer Heilung oder sehr deutlichen Besserung führte.

„Mit einer ganz neuen Weiterentwicklung dieser TVT-Technik werden wir wahrscheinlich noch bessere Ergebnisse erzielen – und zwar mit noch kleineren und noch weniger belastenden Eingriffen als bisher und mit noch größerer Sicherheit“, sagt Prof. Dimpfl. Bei dem rund 30-minütigen Eingriff ist, bei lediglich lokaler Betäubung, nur noch ein ehr kleiner Schnitt erforderlich. Denn das neue Implantat ist nur noch rund acht Zentimeter lang – statt fast 50 Zentimeter bei den herkömmlichen Blasenbändchen. „Aufgrund eines neuen Befestigungssystems und einer anderen Form des TVT-Bandes können wir es ganz exakt und sicher platzieren“, erklärt Prof. Dimpfl – bundesweit einer von nur zwei Ärzten, die das neue Verfahren bereits anwenden.

Den Erfolg der Operation kann Prof. Dimpfl bereits während des Eingriffs auf ganz einfache Art überprüfen: „Wenn die Patientin hustet, zeigt sich, ob das TVT-Band wirklich spannungsfrei liegt und ob es den Urinverlust verhindert oder ob die Position des Bandes leicht verändert werden muss“.

Die ersten Patientinnen, denen das neue Band eingesetzt wurde, sind offenbar sehr zufrieden: Sie waren schon wenige Stunden nach dem Eingriff mobil und können künftig darauf verzichten, 20 Mal pro Tag oder noch häufiger ein WC aufzusuchen. Das ihnen eingesetzte Implantat wird innerhalb weniger Wochen vollständig mit dem körpereigenen Gewebe verwachsen.

Während es für das bisherige TVT-Verfahren sehr gute Langzeitergebnisse gibt, fehlen entsprechende Daten naturgemäß bei dem noch neuen Verfahren. Es soll deshalb im Einzelfall gemeinsam mit der Patientin abgewogen werden, welche Methode die geeignetste ist. Wichtig ist laut Prof. Dimpfl zum Beispiel das Alter und die Statur der Patientin und ob sie wegen der gleichen Problematik schon einmal operiert worden sei. „Im übrigen wird es auch im Rahmen des von uns jüngst neu gegründeten Beckenbodenzentrums eine intensive Abstimmung zwischen den beteiligten Ärzten – unter anderem Gynäkologen, Urologen – über die jeweils geeignete Therapie geben“, so Dimpfl abschließend.

 
Leiterin Unternehmens­kommunikation
Ulrike Meyer auf der Heide
Telefon 0561 980-4804
Telefax 0561 980-6870
E-Mail
Pressesprecherin
Gisa Stämm
Telefon 0561 980-4807
Telefax 0561 980-6870
E-Mail
Pressereferent
Martin Schmidt
Telefon 0561 980-4898
Telefax 0561 980-6870
E-Mail