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Roland Koch: „Wir brauchen mehr Organspender
und mehr Organspenden“

Kassel, 30.08.2006. Die Hessische Landesregierung will die Bereitschaft der hessischen Bürgerinnen und Bürger zur Organspende deutlich erhöhen. „Viele Krankenhäuser leisten hier bereits hervorragende Arbeit. Dennoch bedarf es noch einiger Anstrengung, da sich nur die Hälfte der hessischen Krankenhäuser an dieser lebenswichtigen Aufgabe beteiligt und zu wenige Menschen über einen Spenderausweis verfügen“, erklärte der Hessische Ministerpräsident Roland Koch heute während seines Besuches im Klinikum Kassel. Der Besuch ist Teil der im Juni gestarteten Organspende-Kampagne, mit der das Land auch eine größere Bereitschaft der Kliniken fordert, sich an der Organspende zu beteiligen. Er appellierte an die Krankenhäuser, dem Thema Organtransplantation nicht auszuweichen: „Wir brauchen mehr Organspender und mehr Organspenden.

Um die Zahl der in den hessischen Kliniken realisierten Organspenden zu erhöhen, will die Hessische Landesregierung die Position der Transplantationsbeauftragten in den Krankenhäusern stärken. Nach Änderungen im Hessischen Ausführungsgesetz zum Transplantationsgesetz sollen die Transplantationsbeauftragten künftig unmittelbar der ärztlichen Leitung des Krankenhauses unterstehen. Sie können die ärztliche Leitung jederzeit unterrichten. Der ärztlichen Leitung des Krankenhauses kommt die Aufgabe zu, sicherzustellen, dass die Koordinierungsstelle der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) unverzüglich unterrichtet wird, wenn bei einer Patientin oder einem Patienten der Hirntod festgestellt wurde und nach ärztlicher Beurteilung für eine Organspende in Betracht kommt. Darüber hinaus werden die Aufgaben des Transplantationsbeauftragten in der Gesetzesnovelle präzisiert.

Auch die Aufklärung der Bevölkerung wird im Transplantationsgesetz neu geregelt und auf weitere Institutionen erweitert. „Organspende ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die nicht nur von den Gesundheitsämtern, sondern von allen Beteiligten im Gesundheitswesen angegangen werden muss“ sagte Koch. Der Information der Bevölkerung komme dabei eine besondere Bedeutung zu, denn über das Thema Organspende kursierten immer noch die unterschiedlichsten Vorurteile. Koch: „Unser Ziel ist es daher, die Menschen zu informieren und ihnen die Angst vor diesem Thema zu nehmen.“

In Hessen konnten nach Angaben von Privat-Dozent Dr. Dietmar Mauer, Geschäftsführender Arzt der DSO-Region Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland), im vorigen Jahr 71 Organspenden realisiert werden. „Um mehr Patienten auf der Warteliste mit dem notwendigen Transplantat versorgen zu können, müssen wir diese Zahl in 2006 deutlich erhöhen“, kündigte Mauer an.

Im Klinikum Kassel, einem Unternehmen der Gesundheit Nordhessen Holding AG (GNH), erfolgten im Vorjahr zehn Organspenden, im Jahr 2004 sieben, sagte der GNH-Vorstandsvorsitzende Dr. Gerhard M. Sontheimer. Die Zahlen belegten das Engagement des größten kommunalen Krankenhauses in Hessen, im Gespräch mit den Angehörigen über Organspenden aufzuklären.

In Deutschland warten rund 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Jeden Tag sterben drei Patienten auf der Warteliste, ehe sie ein neues Organ erhalten haben. Diesen Schicksalen steht nach wie vor eine viel zu geringe Spendebereitschaft in der Bevölkerung gegenüber. Denn nur zwölf Prozent der Bevölkerung verfügt über einen Spenderausweis.

Weitere Infos zur Organspende unter: www.hessen.de

 
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