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TÜV-Zertifikat für zwei Kliniken des Klinikum Kassel

Beim Schmerzmanagement bundesweit vorn

Kassel, 09.10.2006. Zwei Kliniken des Klinikum Kassel dürfen sich jetzt ganz offiziell Schmerzfreie Kliniken nennen. Als zweite Einrichtung in Deutschland und erstes nicht-universitäres Haus erhielt das Krankenhaus der Maximalversorgung heute für seine Kliniken für Allgemeinchirurgie und für Anästhesiologie vom TÜV Rheinland das Zertifikat „Qualitätsmanagement Akutschmerztherapie.“ Es bestätigt, dass die Kriterien der Initiative Schmerzfreie Klinik erfüllt sind. Ziel der Initiative ist es, dass kein Patient mehr unter starken Schmerzen im Zusammenhang mit einer Operation leidet.


Viele Patientinnen und Patienten haben Angst vor einer Operation, weil sie die Schmerzen danach fürchten. Doch Schmerzen nach einer Operation müssen nicht sein. Mit einer systematischen Schmerztherapie lässt sich bei 95 bis 98 Prozent der Patientinnen und Patienten erreichen, dass sie nicht unter starken Schmerzen leiden und gleichzeitig die Nebenwirkungen der Schmerztherapie minimal sind. Die Schmerzfreiheit bzw. Schmerzarmut bringt den Patienten weitere Vorteile: Sie können früher wieder aufstehen, die Komplikationsrate ist niedriger und bei deutlich weniger Patienten gibt es chronische Schmerzen, erläutert Prof. Dr. Michael Tryba, Direktor der zertifizierten Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie. Durch die schnellere Mobilisation der Patienten wird für das Krankenhauspersonal die Arbeit erleichtert und die Patienten können schneller nach Hause entlassen werden. Somit trägt ein effektives Schmerzmanagement auch zu einer deutlich höheren Patientenzufriedenheit und einer kürzeren Verweildauer bei.


Klinikum-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Schwarz sieht es als wichtige Aufgabe auf dem Weg zur schmerzfreien Klinik, die Sensibilität für das Thema zu erhöhen. „Kein Patient soll glauben, starke Schmerzen gehörten zwangsläufig zu einer Operation dazu.“ Von großer Bedeutung für den Erfolg des Schmerzmanagements sei dabei die reibungslose Zusammenarbeit von Ärzten und Pflegekräften.


Das Konzept wurde in enger Kooperation der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie sowie der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie von allen an der Schmerztherapie beteiligten Fachleuten entwickelt. Um die Kriterien der Initiative Schmerzfreie Klinik zu erfüllen, haben die beiden Kliniken Regeln für die Behandlung von Schmerzen und die Dokumentation aufgestellt. So setzt das Schmerzmanagement bereits vor der Operation an. Zum einen werden dem Patienten das Vorgehen und seine Möglichkeiten der Mitwirkung erläutert. Zum anderen werden gegebenenfalls – besonders bei ambulanten Operationen – schon im Vorfeld Medikamente gegeben.


Von den Schmerztherapeuten und den Chirurgen wurden – je nach Operationsart – verschiedene, abgestufte Schmerztherapiekonzepte erarbeitet, die jeweils individuell an den Patienten angepasst werden. Im Idealfall können die Pflegekräfte die Schmerztherapie nach der anfänglichen Anordnung durch den Arzt „automatisiert“ umsetzen, erklärt der Direktor der zertifizierten Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Prof. Dr. Jürgen Faß. Dadurch wird vermieden, dass mit der Schmerzmedikation bis zum Eintreffen des Arztes auf Station gewartet werden muss.


Voraussetzung für eine wirkungsvolle Schmerzbehandlung ist eine systematische Erfassung und Dokumentation des Schmerzempfindens. Dazu geben die Patientinnen und Patienten mindestens zwei mal täglich anhand einer Skala von 0 bis 10 (0 = kein Schmerz, 10 = stärkster vorstellbarer Schmerz) die Stärke ihrer Schmerzen an. Der Wert wird in eine Schmerzkurve eingetragen. Nach den bisherigen Erfahrungen sind die Patienten zufrieden, wenn der Wert im Ruhezustand unter 4 liegt. Unter Belastung zum Beispiel husten oder laufen) akzeptieren die Patienten auch höhere Schmerzen.


Den Pflegekräften kommt im interdisziplinären Team auf Grund ihres häufigen und engen Kontaktes zu den Patienten eine Schlüsselrolle beim Schmerzmanagement zu. Daher wurde in den beteiligten Kliniken der Expertenstandard „Schmerzmanagement in der Pflege“ eingeführt, den das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege herausgegeben hat.


Mit der Qualität des Schmerzmanagements in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie hat sich auch eine Promotionsarbeit beschäftigt, die derzeit statistisch ausgewertet wird. Mehrere Aussagen lassen sich nach den Worten des Leitenden Oberarztes Dr. Frank Klammer, der sich sehr für die Zertifizierung engagiert hat, jedoch jetzt schon treffen:

Das Zertifikat „Qualitätsmanagement Akutschmerztherapie“ wurde vom Institut für Forschung in der operativen Medizin (Leiter Prof. Dr. Edmund Neugebauer) an der Universität Witten-Herdecke gemeinsam mit dem TÜV Rheinland entwickelt. Das Krankenhauses Köln-Merheim wurde kürzlich als erstes Haus bundesweit zertifiziert. Im Klinikum Kassel bereitet sich als nächste Abteilung die Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie auf die Zertifizierung vor.

 
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