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Kinderklinik im Klinikum Kassel

Lehrerin Anselmann-Seydler verabschiedet

Kassel, 12.10.2006. Beraterin, Freundin, Trösterin – mit Sabine Anselmann-Seydler ist in der Kinderklinik des Klinikums mehr als eine Lehrerin in die Freizeitphase der Altersteilzeit verabschiedet worden. 25 Jahren hat sie nicht nur kranke Kinder unterrichtet, die längere Zeit nicht am Schulunterricht teilnehmen können, sondern sich darüber hinaus mit großem Engagement um ihre kranken Schülerinnen und Schüler gekümmert. Sabine Anselmann-Seydler habe stets einen hohen Anspruch an ihre Arbeit gehabt und die Schule entscheidend geprägt, sagte der Direktor der Kinderklinik, Prof. Dr. Karl-Friedrich Tegtmeyer, bei der Verabschiedung.

Der Unterricht im Krankenhaus stellt für Pädagogen eine besondere Herausforderung dar und erfordert spezielle psychologische Kenntnisse. Manche der jungen Patientinnen und Patienten sind plötzlich mit lebensbedrohlichen Erkrankungen konfrontiert, der Gesundheitszustand der Schülerinnen und Schüler kann stark schwanken. „Größte Flexibilität ist erforderlich“, weiß Sabine Anselmann-Seydler, die vorwiegend die Fächer Deutsch, Englisch, Französisch und Sachunterricht betreut hat. Sie hat immer ganz individuell bei den Themen angeknüpft, die die Kinder in der Kinderklinik gerade beschäftigt haben, um dann den Bogen zum Lehrplan zu schlagen. Auch anhand einer Autozeitschrift oder einer Bravo könnten Lerninhalte vermittelt werden. „Im Krankenhaus muss der Lehrer ein Verführer sein, die Kinder zum Unterricht verführen, sie mitreißen, damit sie mit Freude dabei sind - trotz ihres Krankseins“.

Der Unterricht im Klinikum umfasst längst nicht so viele Stunden wie in der Schule. Deshalb muss der Lehrer oft fächerübergreifend arbeiten und individuell zugeschnittene Lehrpläne entwickeln. Dafür bringt das Lernen in kleinen Gruppen oder allein Vorteile mit sich. Wissenslücken können festgestellt – Sabine Anselmann-Seydler nennt dies eine pädagogische Diagnose – und gezielt geschlossen werden. Sie selbst hat zwölf Stunden pro Woche in der Kinderklinik unterrichtet, ihre übrigen Stunden in der Fasanenhofschule. Um die Krankheiten ihrer Schülerinnen und Schüler zu verstehen, hat sie sich auch medizinisches und psychologisches Wissen angeeignet. „Ich musste wissen, wie sich eine Zuckerkrankheit oder eine Magersucht auswirkt, damit ich entsprechend auf die Schüler eingehen konnte.“

Die Pädagogin hat die Erfahrung gemacht, dass der Unterricht für viele Patientinnen und Patienten eine positive Abwechslung darstellt und von der Krankheit ablenkt. Er stellt keine Belastung, sondern eine Stärkung dar – wie auch wissenschaftliche Untersuchungen nachgewiesen haben. Weil Erfolgserlebnisse und Freude vermittelt werden, unterstützt das Lernen den Heilungsprozess und vermittelt besonders bei schwer kranken Kindern ein Gefühl der Normalität.

Gerade deren Schicksale haben die Lehrerin manchmal sehr mitgenommen „Ich selbst habe auch manche Träne vergossen.“ Oft hat sie die ganze Familie der jungen Patienten und Patientinnen kennen gelernt und war nicht „nur“ Lehrerin, sondern eben auch Beraterin, Freundin, Trösterin. Die Arbeit mit den Kindern, die häufig schon voll Freude auf sie gewartet haben, und natürlich die vielen positiven Rückmeldungen haben ihr stets Kraft und Motivation gegeben. „Ich habe es als eine ganz beglückende Tätigkeit empfunden.“

Zusätzlich zur Arbeit im Krankenhaus und an der Fasanenhofschule hat Sabine Anselmann-Seydler zehn Jahre lang Weiterbildungen für Krankenhauslehrer aus Nordhessen organisiert. Und hat vor etlichen Jahren ein Buch geschrieben: „Die Rolle des Lehrers im Krankenhaus“. Eingesetzt hat sie sich zudem für den Hausunterricht in Familien mit kranken Kindern, der in Hessen mit bis zu fünf Stunden pro Woche möglich ist.

Nachfolgerin von Sabine Anselmann-Seydler im Klinikum ist Brigitte Petereit, ebenfalls von der Fasanenhofschule. Ihr Kollege bleibt Peter Beier, der seit 1999 in der Kinderklinik des Klinikums unterrichtet. Etwas anders ausgerichtet ist die Arbeit von Sonderschullehrerin Luise Jochheim von der Wilhelm-Lückert-Schule. Sie unterrichtet auf der neuropädiatrischen Station, wo Kinder gefördert werden, die in ihrer Entwicklung verzögert, behindert oder von Behinderung bedroht sind.

 
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